Haftstrafe: Selbst die Lehrer an der VHS Leverkusen fürchteten sich vor Buran T.

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Symbolbild.

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dpa

Leverkusen

Selbst seine Lehrer an der Volkshochschule fürchteten sich davor, ihm den Schulverweis mitteilen zu müssen und schmiedeten Pläne, wie Buran T. (Name geändert) im Notfall gebändigt werden könne. Denn dass er schon bei geringsten Anlässen zu Gewalttaten neigt, hat der gerade einmal 18-Jährige in den vergangenen Jahren vielfach unter Beweis gestellt. Und kaum vorzeitig zur  Bewährung aus einer Jugendstrafe entlassen, schlug er im vergangenen September im Erholungshauspark erneut zu und verletzte zwei junge Frauen.

Dreist und respektlos

Noch mehr als die hohe Rückfallgeschwindigkeit verblüffte gestern im Amtsgericht allerdings die Dreistigkeit, mit der der Angeklagte meinte, sein von völliger Respektlosigkeit gesteuertes Verhalten auch noch verteidigen zu können. Wie er selber einräumte, hatte er sich an jenem Abend zwischen zwei von drei bereits auf einer Bank sitzenden Mädchen gequetscht und die Arme um sie gelegt. Als die beiden 22 und 20 Jahre alten Opfer das nicht dulden wollten, schlug er der Älteren zweimal derart heftig ins Gesicht, dass sie aus der Nase blutete, und verdrehte der anderen den Arm.

Mit drei Mädchen sei die Bank nicht besetzt gewesen, und dann sei es ja wohl sein Recht, sich ebenfalls zu setzen, erklärte Buran T. allen Ernstes – zum Entsetzen seines Verteidigers, während alle anderen im Saal ihren Ohren nicht trauen wollten. Und obwohl die Staatsanwältin ihn aus früheren Verhandlungen schon kennt und weiß, wes Geistes Kind der 18-Jährige ist, lief sie bei diesen Worten puterrot an und rang sichtlich heroisch um Fassung.

Torsten Heymann, der Vorsitzende des Jugendschöffengerichts, unternahm einen ebenso kurzen wie vergeblichen Anlauf, dem jungen Mann zu erklären, dass er dieses Recht selbstredend nicht hat, bevor er sich den überwiegend von ihm selbst verhängten Vorstrafen des Angeklagten zuwandte. Die begannen 2013 mit Raub und gefährlicher Körperverletzung, setzten sich 2014 mit gefährlicher Körperverletzung, Widerstand und Bedrohung fort und endeten 2015 vorerst mit Beihilfe zur Körperverletzung.

Chancen vertan

Nachdem er eine Chance zur Besserung nach der anderen vertan habe, müsse Buran T. jetzt endlich lernen, dass sein Verhalten Konsequenzen nach sich ziehe, befand die immer noch fassungslose Staatsanwältin und forderte zwei Jahre und sechs Monate Jugendstrafe. Das Gericht blieb mit zwei Jahren und drei Monaten knapp darunter, wobei Heymann daran erinnerte, dass seine Ankündigung vom vorigen Jahr, beim nächsten Mal keine Gnade mehr walten zu lassen, absolut ernst gemeint war. Kommentar des 18-Jährigen: „Dann lasse ich mich eben demnächst verprügeln“.