Nachbarn hörten Schreie: Langes Warten auf die Polizei nach Notruf in Leverkusen

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Symbolbild.

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Leverkusen

Zu Fuß mögen es zwei bis drei Minuten von der Opladener Wache am Markt bis zur Münzstraße sein. Mit einem Streifenwagen, Blaulicht und Martinshorn dürfte die Anfahrt – trotz des einbahnstraßenbedingten Umwegs über die Kämpchenstraße – in weniger als einer Minute zu bewältigen sein. Am Dienstagabend aber warteten die Hausbewohner nach eigenen Angaben mehr als 20 Minuten darauf, dass die Polizei ihren dringenden Notrufen folgte.

Gegen 21.30 Uhr, berichtete einer der Nachbarn gestern dem „Leverkusener Anzeiger“, seien extrem laute Hilfeschreie einer Frau durch das gesamte Haus geschallt, begleitet von klatschenden Geräuschen, die offenbar von Schlägen stammten. Das Opfer sei allem Anschein nach von seinem Partner verprügelt worden – „und vielleicht auch Schlimmeres“. Daraufhin hätten gleich mehrere Hausbewohner die 110 gewählt und schnellstmögliche Hilfe angefordert.

Es seien zehn Minuten vergangen, dann 15, ohne dass sich ein Polizist am Tatort habe blicken lassen, so der Nachbar. Er habe daraufhin noch einmal angerufen und sich nach dem Verbleib der Ordnungshüter erkundigt, die sich angeblich auf dem Weg befänden. Weitere fünf Minuten später habe er ein drittes Mal den Notruf gewählt und sei von dem deshalb offenbar genervten Wachhabenden im Kölner Polizeipräsidium recht rüde abgefertigt worden.

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