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Fortuna Köln: Keita-Ruel und Boss weg – Suche nach Nachfolgern schwierig

Von Christian Krämer

Keita Magdeburg

Daniel Keita-Ruel verlässt Fortuna Köln.

Foto:

Bongarts/Getty Images

Köln

Knapp dreieinhalb Jahre saß Daniel Keita-Ruel nach mehreren bewaffneten Raubüberfällen im Gefängnis. Zwischen 2011 und 2014 verbrachte er endlose Tage allein, dachte über sein Leben nach. Eine lange Zeit für jeden Menschen. Für einen Profifußballer aber im Besonderen, gerade wenn die Strafe in die Blütezeit eines Sportlerlebens fällt, die 20er. So überrascht es nicht, dass Keita-Ruel, dem eine hervorragende Resozialisierung gelang, es nach seiner Haftentlassung eilig mit der Karriere hatte: Eineinhalb Jahre Oberliga in Ratingen, eine Saison Regionalliga in Wattenscheid und nun zwölf Monate Dritte Liga beim SC Fortuna Köln. Der nächste Schritt des 28-jährigen Stürmers ist logisch: Keita-Ruel wechselt zur SpVgg Greuther Fürth in die Zweite  Liga, der Südstadt-Klub kassiert 250.000 Euro Ablöse.

 „Ich bin sehr dankbar für die Chance beim Kleeblatt. Ich werde alles für die Mannschaft geben“, sagte Keita-Ruel, nachdem die Klubs den Wechsel am Freitagmorgen bestätigt hatten. Fortunas Trainer Uwe Koschinat bedauert den Verlust seines Torjägers, ist aber auch stolz auf die Entwicklung Keita-Ruels: „Sein Aufstieg in die Zweite Liga harmoniert mit seinen Leistungen.“ Der Trainer ist nun mehr denn je als Kaderplaner gefordert. Denn Koschinats Ziele für die neue Saison bleiben gleich: Die Offensive breiter aufstellen, den Tempofußball beibehalten und Tabellenplatz acht bestätigen.

Keita-Ruel war in der abgelaufenen Saison der Fixpunkt in Kölns Angriff. Von 38 Liga-Spielen wurde er nur in einem geschont, erzielte 15 Treffer und bereitete sieben weitere vor. Selbst gegen unterklassige Vereine im Verbandspokal war Koschinat auf das Können seines Torjägers angewiesen. Keita-Ruel ist ein kompletter Stürmer: Treffsicher mit Fuß und Kopf, zweikampfgewaltig und laufstark. Das Idealbild eines Profis für Koschinat. Aus dem aktuellen Kader, inklusive bereits feststehender Zugänge, ist Keita-Ruel nicht zu ersetzen. Weder Michael Eberwein (22/Borussia Dortmund II) noch Benjamin Pintol (28/Hallescher FC) können als potenzielle 15-Tore-Stürmer eingeplant werden. Koschinat betont, dass ein Ersatz verpflichtet werden soll, der sein Leistungsvermögen bereits unter Beweis gestellt hat.

Schwierige Suche nach dem Ersatz für Keita-Ruel

Koschinat hatte viel Zeit, sich auf einen Abschied von Keita-Ruel vorzubereiten – seit Monaten gab es Gerüchte über Zweitliga-Interesse am Torjäger. „Im April war ich eigentlich sicher, dass er geht. Im Mai hatten viele potenzielle Abnehmer ihre Planstellen dann anderweitig besetzt, dann dachte ich, dass er vielleicht bleiben könnte. Vor eineinhalb Wochen war dann aber klar, dass Keita geht“, erklärt Koschinat.

Die Suche nach einem Nachfolger ist nicht leicht, gerade wenn man das Ausmaß der von Keita-Ruel hinterlassenen Lücke betrachtet. Allerdings verfügt der Südstadt-Klub erstmals zumindest theoretisch über die Mittel, um eine Ablöse für einen Neuzugang zu stemmen. Denn die zu füllende Position ist zu essenziell für den sportlichen Erfolg, um sich  auf ablösefreie Profis zu beschränken.

Tim Boss nach Dresden

Neben den 250.000 Euro für Keita-Ruel fließt eine weitere Ablöse auf Fortunas Konto – denn ein weiterer Leistungsträger hat den Klub verlassen: Torwart Tim Boss wechselt zu Dynamo Dresden, der Zweitligist wird eine sechsstellige Summe für den 24-Jährigen überweisen. Auch dort sucht Koschinat nach einem Nachfolger, für Jannik Bruhns (19) käme die Verantwortung als Nummer eins noch zu früh. Koschinat erwartet nicht, dass beim Trainingsauftakt am Montag (15.30 Uhr, Südstadion) bereits weitere Neuzugänge präsentiert werden können. Neben Stürmer und Torwart wird auch noch ein Linksaußen gesucht.